Mobile Rückzugsorte für Hilfsbedürftige auf der Fluchtroute

Mit unserem flexiblen Shelter-System - DOMO, versuchen wir die Zustände für die Hilfsbedürftigen erträglicher zu gestalten, in dem wir Müttern, Kindern und Jugendlichen einen geschützten und angenehmen Rückzugsort ermöglichen.

admin November 4, 2016 at 9:54 am
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Project Description

Hintergrund

Millionen Menschen sind auf der Flucht – sie fliehen vor Krieg, Terror, Armut und Unterdrückung. Hunderttausende sind gestrandet zwischen dem Irak, Syrien und den nördlichen, europäischen Ländern. Entlang dieser Fluchtroute müssen sich die Menschen unmöglichen Herausforderungen stellen: Lebensgefährliche Wege über Wasser und Land, geschlossene Grenzen, ständige Kontrollen durch Polizisten und Soldaten und unzumutbare Zustände in den temporären wie auch in den offiziellen Camps entlang der Route. Die Zustände in diesen Camps sind oft menschenunwürdig und entsprechen meist nicht den vorgesehenen Standards.

Alleine in Griechenland harren derzeit über 50.000 Geflüchtete aus, in rund 60 offiziellen Flüchtlingscamps. Diese Camps befinden sich beispielweise in alten, teilweise verseuchten, Fabrikgebäuden oder auf Militärgeländen – meistens fernab von jeglicher Zivilisation. Es mangelt an medizinischer Ausstattung und Beratung sowie an Personal, sanitären Anlagen, Hygiene, Lebensmitteln und Weiterbildung.

Das Problem

Verletzte, Kranke, unbegleitete Kinder & Jugendliche, Säuglinge, ältere Menschen, schwangere Frauen – die Liste der extrem Hilfsbedürftigen ist lang. Es gibt unzählige unbegleitete Jugendliche, die komplett auf sich alleine gestellt sind. Die körperlichen und psychischen Strapazen, denen sie entlang der Route ausgesetzt waren und die Zustände in den Camps, stellen sie vor Herausforderungen, die sie alleine niemals bewältigen können.

Unterricht und Weiterbildung bleiben den Jugendlichen seit langer Zeit verwehrt – das frustriert, belastet und macht wenig Hoffnung auf Zukunftsperspektiven. Sie haben ihr ganzes Leben noch vor sich – und doch fühlen sie sich verloren und sind traumatisiert.

Jugendliche Mädchen klagen zudem häufig über sexuelle Belästigung und es fehlen ihnen die richtigen Ansprechpartner darüber um über die belastenden, traumatisierenden Erfahrungen zu sprechen.

Auch Säuglinge und kleine Kinder sind sehr gefährdet. Fehlende Unterstützung und Unwissen führen häufig dazu, dass Säuglinge an Krankheiten wie Durchfall oder an Fehl – und Unterernährung sterben. Viele der werdenden Mütter sind noch im jugendlichen Alter und besitzen keinerlei Erfahrung. Kulturelle Gewohnheiten und Vorgaben machen es kompliziert öffentlich über „intime“ Probleme zu sprechen und Unterstützung zu erhalten. Frauen haben außerdem große Schwierigkeiten ihre Kinder in der Öffentlichkeit zu stillen – sie brauchen dafür einen privaten und sichtgeschützten Ort. In vielen Camps gibt es oft ausschließlich männliche Ärzte – aber viele geflüchteten Mädchen und Frauen würden aus kulturellen Gründen einen männlichen Arzt nur im letzten Notfall aufsuchen.

Das Projekt

Seit November 2015 sind wir von MORE THAN SHELTERS an mehreren Standorten in Griechenland aktiv. Mit unserem flexiblen Shelter-System – DOMO, versuchen wir die Zustände für die Hilfsbedürftigen dort ein wenig erträglicher zu gestalten, in dem wir Müttern, Kindern und Jugendlichen einen geschützten und angenehmen Rückzugsort ermöglichen.

Gemeinsam mit verschiedenen Partnern und freiwilligen Helfern vor Ort arbeiten wir aktuell vor allem in mehreren Camps in Nordgriechenland, nahe der griechisch – mazedonischen Grenze. Dort sind unsere DOMOs als geschützte Räume für Mütter und Babys im Einsatz, sowie als Unterrichtsräume oder Kindergärten. Unser Partner „Nurture Project International“ hat es sich zur Aufgabe gemacht schwangere Frauen, junge Mütter und ihre Kinder zu unterstützen und zu behandeln. Sie brauchen Zuflucht und einen Platz, wo sie sich vollkommen und in Ruhe auf sich selbst und ihr Kind konzentrieren können. Das Hebammen Team von Nurture Project International ermöglicht genau dies. Mit ihrer Expertise unterstützen sie die Frauen bei aufkommenden Fragen oder Komplikationen. Auch junge Mädchen die sexuelle Belästigung erfahren mussten werden betreut, therapiert und aufgeklärt.

Viele der Camps bieten mittlerweile „Cultural Center“ für Jugendliche und Kinder an. Denn die jungen Menschen brauchen Ablenkung und sehnen sich danach etwas zu lernen. Aktuell werden zwei unserer DOMOs als „Klassenraum“ in den Cultural Centern genutzt.

Jugendliche und Kinder finden in den DOMOs einen Raum, um sich kreativ auszuleben und sich weiterzubilden. Freiwillige und ausgebildete Lehrer geben regelmäßig Unterricht – von Sprachkursen bis zur Mathestunde, von Kunst-Workshops bis zur Traumatherapie.

Genau für diese Zwecke möchten wir weitere Rückzugorte ermöglichen. Ob in Griechenland, in der Türkei oder auf weiteren Stationen entlang der Fluchtroute – dort wo sie am dringendsten benötigt werden. Wir könnten direkt starten, die ersten Standorte in weiteren Camps in Griechenland stehen bereits fest und regelmäßig erreichen uns weitere Hilferufe von Hilfsorganisationen. Je schneller wir loslegen können, umso besser.

Budget

Mit einem Budget von 50.000 € können wir acht weitere DOMOs an ausgewählten Standorten aufbauen, inklusive Transport, Logistik, Organisation – und Projektkosten. Außerdem werden wir gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort die inhaltliche Gestaltung der DOMOs unterstützen und umsetzen.